Anna Medvedenko
Ab wann werde ich angeekelt von dem, was ich sehe? Ekel bildet sich nach und nach heraus, wobei ich irgendwann merke, dass ich etwas ekelhaft finde.
Man könnte also meinen in Horrorfilmen geht es nicht um Ekel, denn Ekel wird in dem vorher genannten Sinne gar nicht provoziert.
Man weiß gar nicht, vor was man wegläuft und was denn so ekelhaft ist an bestimmten Dingen. Das Blut, der Sex, die Lebenswelt einer anderen Person, die womöglich in Filmen ihre Fantasien zeigt, die eigentlich nur zeigen, dass sie Angst hat um ihre eigene Existenz, nämlich in dem Sinne, dass sie nichts mit ihrer Existenz anzufangen weiß außer zu fantasieren. Ideen sind ja auch Fantasien und Ideen sind wichtig in Zeiten von Verlust.
Denn mit Verlust ist immer etwas gemeint, was wesentlich fehlt. Und im wesentlichen fehlt der Mut Ideen zu erschaffen.
Und genau das Fehlen von wesentlichen Ideen zeichnet die heutige Gesellschaft aus, könnte man zusammenfassen.
Innerhalb der Sphäre von Kriegen besteht immer die Frage nach einer Konklusion, d.h. tötet man irgendwann alle, oder was hätten die Toten zu sagen gehabt? Welche Richtung haben wir Ihnen vorgegeben, indem wir sie angegriffen haben? Was ist also das Wesentliche ihrer Eigentümer jeglicher Art? Was bedeutet Wegnehmen?



Was mit der „Angst um die eigene Existenz“ gemeint ist und warum ich von Ekel und anderen Aspekten in diesem Auszug spreche und worum es geht, werdet ihr in meiner Rede im Rahmen unserer Ausstellung am 14.11. hören und sehen können.

Meine Ideen sind für euch und nicht nur für mich, d.h. es geht mir nicht darum einen Standpunkt aufzubauen und diesen nachvollziehbar und logisch zu begründen. Ich werde für euch meine Vorstellungen ausdrücken und andere mögliche Konzepte und Ansichten vorstellen, die ich zur Diskussion stellen möchte.

Ich möchte eine andere Öffentlichkeit aufbauen, nämlich eine, die unfertige Konzepte akzeptiert und die sich darauf konzentriert aus ihren Stärken heraus zu arbeiten.

Unsere Ausstellungen finden in einem bewohnten Haus statt. Wir werden hier das Treppenhaus, einen Lichtschacht (Zwischenraum zwischen zwei Häusern), den Keller, den Raum vor dem Haus und den Hintergarten, sowie unsere WG nutzen. Wir bauen auf und schauen was passiert, d.h. das Haus wird nicht in einen Ausstellungsraum umfunktioniert.

Das Projekt heißt bisher ASUEL. Es ist an das Asylprinzip angelehnt, meint aber nicht das Asylrecht! Mit anderen Worten, wir drehen das Image des Asyl-Amts um und geben allen ASUEL.